Neue Ära für den GVO: Abschied von Präsident Waldmann

Joachim Müller übernimmt nach 10 Jahren Präsidentschaft des Gewerbevereins Oberzentrum e.V. – „Erfolgreich aus der Pubertät geführt“ – Müllers Ziel: „Schlafenden Riesen VS“ wecken

VILLINGEN-SCHWENNINGEN – Wechsel an den wichtigen Hebeln des Gewerbeverbands Oberzentrum e.V. (GVO) prägten die Mitgliederversammlung in der Neckarhalle in Schwenningen am vergangenen Donnerstagabend: Markantester Tagesordnungspunkt war der Abschied von GVO-Initiator und Präsident Gerhard Waldmann, der sein Amt an seinen Wunschkandidaten, den Villinger Architekten Joachim Müller, nach dessen einstimmiger Bestätigung durch die 91 Stimmberechtigten unter den 140 Gästen weitergeben konnte.

Geordneter und erfolgreicher kann man einen so agilen und am Stadtgeschehen so konstruktiv mitwirkenden Verein wie den GVO kaum übergeben, wie die Berichte aus den Arbeitsbereichen an diesem Abend zeigen sollten. Dabei war der Verband von Gerhard Waldmann unter völlig anderen Vorzeichen ins Leben gerufen worden: Beklagten Wirtschaftsvertreter seinerzeit des Öfteren den Mangel an Dialogbereitschaft der Stadtverwaltung mit den Unternehmen, so hatte für Waldmann die unangekündigte Sperrung des Industriegebiets Ost das Fass zum Überlaufen gebracht, wie Laudator und Vorstand Stefan Beetz skizzierte. „Es ging jedoch nie darum, gegen die Stadt zu rebellieren, sondern dass man uns Unternehmer mit Respekt behandelt und hört“, so Beetz zu den Motiven der von Waldmann zusammengebrachten 20 Gründungsmitglieder. Aus den 20 seien inzwischen 411 Mitgliedsunternehmen geworden, und das trotz etlicher Widerstände aus der Verwaltung, die jedoch inzwischen überwunden seien – auch das ein Verdienst Waldmanns, der unbeirrt und trotz etlicher Anfeindungen von außen gemeinsam mit seinen Mitstreitern aus Vorstand und Mitgliedschaft die Vision und Strategie des GVO weiterentwickelt habe. „Du hast den GVO aus der Pubertät in die Volljährigkeit geführt“, so Beetz über Waldmann: „Dass es sogar gelungen ist, die beiden Handels- und Gewerbevereine aus Villingen und Schwenningen zusammenzuführen beweist, dass eine starke Vision und Führung aus den beiden Stadtbezirken mehr zu machen weiß als nur eine Verwaltungseinheit.“

Gerhard Waldmann selbst machte nicht viele Worte um seine Amtszeit, dankte aber seinen Mitstreitern auf dem Weg des GVO „aus der Pubertät in die Volljährigkeit“ und belegte lieber mit seinem Bericht zum vergangenen Jahr, wie vielseitig der Verband inzwischen agiert: Zahlreiche Beteiligungen an Gesprächen mit Politikern zu Themen wie der B33-Sanierung, im Wirtschaftsrat, mit dem neu gewählten Gemeinderat und dem neuen Oberbürgermeister Jürgen Roth, aber auch Veranstaltungen wie eine Podiumsdiskussion mit dem OB in Kooperation mit der IHK prägten den Terminkalender Waldmanns und des Vorstands. Hinzu kamen etliche eigene Anlässe des GVO, sei es das Netzwerktreffen beim FC 08 Villingen mit rund 200 Gästen, das Kennenlernen der Initiative Erfurter Kreuz, die ähnliche Ziele wie der GVO verfolgt und mit der man eine feste Kooperation anstrebt, oder die bereits siebte Verleihung des mit 1000 Euro dotierten Techniker-Innovationspreises an der Feintechnikschule Schwenningen. Das alles sei ein Beleg dafür, „dass der GVO gut für Villingen-Schwenningen ist“, so Waldmann. Dass die intensive Verbandsarbeit so reibungslos gelinge, sei auch dem Leiter der Geschäftsstelle, Carsten Dörr, zu verdanken, der an diesem Abend von Waldmann offiziell zum Geschäftsführer ernannt wurde. „Er hat diese Aufgaben ohnehin bereits übertragen bekommen, seine Probezeit hat er also mit Bravour bestanden“, ergänzte Waldmann, der abschließend um die Zustimmung für Wunschnachfolger Joachim Müller bat.

Carsten Dörr ergänzte die umfangreiche Bilanz Waldmanns mit Berichten aus den GVO-Teams, die zahlreiche Veranstaltungen für Mitglieder und Interessierte organisiert hatten, so zum Beispiel allein 19 Kurse über das Guzle-Programm oder der Impulstag „InstallGenZ“ mit praktischen Impulsen zur Azubigewinnung. Zwei neue Handwerkerhocks hatten großen Erfolg, die Zusammenarbeit mit den Hochschulen werde aktiv durch Förderung des Deutschland-Stipendiums gestützt. Darüber hinaus sei die Stimme des GVO auch über das Team Stadtentwicklung in Sachen City-Management und Stadtmarketing aktiv zu hören, wo Dörr auch eine der Hauptaufgaben des GVO verortete: „VS wird in den umliegenden Städten als ‚der schlafende Riese‘ bezeichnet – höchste Zeit also für ein funktionierendes Konzept.“ Dass das Konzept des GVO intern bestens funktionierte, belegten die weiteren Berichte aus dem Vorstand: So bilanzierten Rainer Böck (Vorstand Handel & Gewerbe Villingen) und Hansjörg Böninger (Vorstand Handel & Gewerbe Schwenningen) umfangreiche Aktivitäten wie verkaufsoffene Sonntage, Lichterfest, Schwanenfest oder die Begleitung der Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in den Innenstädten (Rietstraße Villingen, Marktplatz Schwenningen). Kassierer Andreas Kny, der für das Geschäftsjahr 2018 einen Überschuss von rund 47.000 Euro und ein Vereinsvermögen von rund 237.000 Euro bilanzieren konnte und dem Kassenprüfer Bernd Herner eine einwandfreie Führung der Konten bescheinigte.

Joachim Müller nutzte nach der einstimmigen Entlastung des Vorstands die Gelegenheit, um seine Motivation zur Kandidatur für die GVO-Präsidentschaft vorzustellen: Nicht auf dem Erreichten der vergangenen zehn Jahre ausruhen, sondern die Stadt voranbringen, das „Aufwecken des schlafenden Riesen VS“, das gehöre zu seinen Zielen. „Wir sind vom Protest zu einer Machtgröße geworden, das sollten wir zugunsten der Stadt weiterentwickeln“, so Müller, der unter Wahlleitung von Hans-Reinhard Majewski einstimmig zum neuen GVO-Präsidenten gewählt wurde.

Auch Bernd Herner (Kassenprüfer) und Hansjörg Böninger verabschiedeten sich nach zehn Jahren aus dem Vorstand, versprachen aber wie der zum Ehrenpräsidenten ernannte Gerhard Waldmann, dem GVO weiter mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen. Böninger und Herner appellierten zudem an die Mitglieder, sich aktiv einzubringen, um die Entwicklung in ihrem eigenen Interesse voranzutreiben. Für Böninger wurde Jürgen Müller als Vertreter des Schwenninger Handels verpflichtet. Als neuer Kassenprüfer wurden Thomas Haller und Rolf Engesser gewählt. Als inoffizielles Abschiedsfest des Verbands für Waldmann und die ausscheidenden Vorstände beging der GVO im Anschluss seine Weihnachtsfeier in der festlich dekorierten Neckarhalle.

 

 

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